Die Freunde des Loire-Seitenkanals wûnschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt auf oder an dem Loire-SeitenkanalAssociation Loi 1901 déclarée le 26/02/2001  
J.O du 24/03/2001 sous le N° 1377

 

 

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Die Geschichte des Kanals, ein Abriß.

 

Die Geburt der Kanal - Projekte.

Die Loire war wegen der ständigen Versandung ihres Bettes und der erheblichen Veränderungen ihrer Wassermenge immer schwer befahrbar gewesen.
Die erste Idee eines “modernen” Kanals datiert vom 11. März 1604, als Heinrich der IV. die Patentbriefe unterzeichnet, deren Präambel die offizielle Geburtsakte des Kanals von Briare oder des  “Canal de Loyre en Seyne” darstellt. Im Jahre 1642 erlaubt dieser Kanal, der hauptsächlich von den Flüssen Loing und Trézée gespeist wird, eine Verbindung zwischen der Loire und der Seine. Das ist der Anfang der Erschaffung eines großen Wasserstraßennetzes in Frankreich.

Nach dem Tod von Louis XIII sind im darauffolgenden Jahr schon mehr als tausend Boote von Briare nach Paris „herunter“-gefahren. (Zur Erinnerung: Briare 125 m über dem Wasserspiegel, Paris: 26,34 m.)

Im Jahre 1784 beginnt der Bau des „Canal du Centre“ von Chalon-sur-Saône nach Digoin, der die Saône mit der Loire verbinden soll. Der Bau ist im Jahre 1793 unter der Leitung von Ingenieur Emiland Gauthey aus Chalon beendet. Von da an erscheint eine Verbindung von Digoin nach Briare äußerst notwendig, was von Emiland Gauthey persönlich unterstützt wird. Diese Notwendigkeit ist durch die wachsenden Bedürfnisse an Beförderungsmitteln für Rohmaterialien und Endprodukte begründet, die sich im Zuge der industriellen Revolution der französischen Wirtschaft ergeben.
Die Entscheidung zum Bau dieses “Loire-Seitenkanals” wird von Napoléon dem Ersten im Jahre 1806 getroffen.

 

Louis Becquey und das französische Binnenschiffahrtsnetz.

Die Erweiterung  des französischen Binnenschiffahrtsnetzes ist in starkem Maße einem zu oft vergessenen Mann zu verdanken: Louis Becquey, Brücken- und Straßendirektor und Minister für  Öffentliche Arbeiten, während der Restauration. Unter seinen Gesetzgebungen vom 5. August 1821 und 14. August 1822, sind mehrere tausende von Kilometern neuer Wasserwege entstanden, ausgebaut oder modernisiert worden. Übrigens, vor den Schiffsstandardmaßen von Freycinet hat es das Modell “Becquey” gegeben ((30,40 Meter Länge; 5,20 Meter Breite; 1,30 Meter Tiefgang. Dabei war die Kanaltiefe mit 1,60 m und die Durchfahrtshöhe mit 3,00 m (manchmal weniger, wie auf dem Nivernais) vorgesehen).

Der Loire-Seitenkanal passt sich vollkommen an das Programm oder den “Plan Becquey” an.

 

Der Loire - Seitenkanal  ...  Vorprojekte in Hülle und Fülle.

Die Entscheidung den Loire-Seitenkanal zu graben war jahrzehntelang Gegenstand von Beschlüssen gefolgt von Infragestellungen oder Verwerfungen. Einer seiner Befürworter war der Ingenieur Emiland-Marie Gauthey. Nach mehreren Studien und Plänen fiel 1806 der Entschluß, jedoch erst im Jahr 1822 wurde letztendlich der Auftrag zum Bau des Seitenkanals an die “Compagnie des Quatre Canaux” vergeben (die anderen Kanäle waren: der Nivernais, der Berry und die Bretonischen Kanäle ). Die geschätzten Kosten: 12 Millionen Francs. Kurz danach, 1827 bot sich eine  französisch-schweizerische Gesellschaft an, den Loire-Seitenkanal bis Roanne zu verlängern, den heutigen “Canal Roanne à Digoin”. So entstand eine durchgehende, 250km lange  Kanalstrecke von Roanne bis Briare. 

 

 Die Realisation des Loire-Seitenkanals von 1822 bis 1838.

Das Projekt wird am 14. August 1822 beschlossen, aber viele Probleme stellen sich der Durchführung in den Weg.

Die Städte Nevers, La Charité-sur-Loire und Cosne, die am rechten Ufer der Loire liegen, wollten nicht durch einen Kanal von ihrem Fluss, der ihren Wohlstand garantierte, getrennt werden. So mußte der Kanal größtenteils auf dem linken Flußufer gebaut werden.

Die Arbeiten begann dann erst 1827 und endeten 1838.

 

Das heikle Problem des Überquerens der Loire und des Allier.

Ursprünglich führte der Loire-Seitenkanal 4km oberhalb von Digoin an der Stelle, genannt “Le Paradis”, wo noch Überreste der Schleuse Nr. 27 – die “Méditerranée” – zu sehen sind, in den “Canal du Centre”. Zunächst liefen die beiden Kanäle ungefähr 2 Kilometer parallel ehe sie in verschiedene Richtungen abbogen. Als man später die beiden Kanäle zusammenlegte, wurden die 4 km zwischen dem “Paradis” und dem Hafen “Campionnet” Teil des “Canal du Centre”. Aber die Markierung des Loire-Seitenkanals hat ihren Ursprung in “Le Paradis”.

Um nun diesen neuen Kanal mit den beiden schon bestehenden (Briare und Centre) zu verbinden, muss die Loire zweimal, in Briare und in Digoin und der Allier einmal, in Guétin überquert werden.

Zwei massive steinerne Kanalbrücken (Aquädukte) wurden gebaut, eine in Digoin über die Loire und eine in Guétin über den Allier. Die ursprüngliche Idee einer Querung direkt durch die Flußbetten erwies sich an diesen beiden Stellen als zu schwierig.

Die Kanalbrücke (Aquädukt) in Digoin ist 243 m lang, direkt gefolgt von einer Schleuse mit einem Hub von 3.90 m, während der Aquädukt von Guétin 470m lang ist und eine dreifache Schleuse  mit einem Hub von 9.20 m hat.

 

Die Überquerung der Loire bei Briare.

Die Konstruktion eines ähnlichen Aquädukts aus Stein bei Briare war problematisch, da er bei Hochwasser wie ein Stauwerk gewirkt hätte. Die Idee wurde daher vertagt und man gab sich zunächst mit der Querung durch das Bett der Loire zufrieden.

Allerdings war diese Querung eine äußerst komplizierte, gefährliche und langwierige Angelegenheit, die oft Wartezeiten von mehreren Tagen erforderte und zu den großen Boots-Haltestellen Mantelot und Rabuteloires führte. Die Einführung eines dampfgetriebenen Schleppbootes im Jahre 1880 eliminiert einige wenige der Schwierigkeiten.

Es ist die Erfindung des weichen Stahls um 1870, die die Möglichkeit eröffnet, eine ausreichend stabile und gleichzeitig leichte Metallbrücke zu bauen.

 

Freycinet.

Im Jahr 1860 kaufte die Regierung den Kanal, der schwer mit der Konkurrenz der Eisenbahn zu kämpfen hatte. Um den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen und um wieder eine gesunde Konkurrenz herzustellen, beschließt der Staat, die Wasserwege zu modernisieren. Dieses ist das Ziel des Gesetzes von Minister Freycinet vom 05. August 1879. Das “Gesetz Freycinet” legte auch die wichtigen Standardmaße fest: 38,50m Länge und 5,20 m Breite für die Schleusen, sowie 18 m Breite, 3,50m Brückenhöhe und besonders 2,20m Tiefe für das Kanalprofil. Damit ist es nicht mehr möglich die Loire bei Briare zu durchqueren und man plante nunmehr den Bau eines Aquädukts. 

 

Der Bau des Aquädukts von Briare.

 

Entworfen wurde der Aquädukt von Chefingenieur Léonce-Abel Mazoyer. Ihm assistierte Ingenieur Charles Sigault, dem insbesondere die berühmten Pilaster zu verdanken sind. Er ist 662,69 Meter lang, 11 Meter über Alles breit und hat bei 2,20 m Wassertiefe eine befahrbare Breite von 6 m.

Das Unternehmen Daydé und Pillé aus Creil verwirklichte die technische Neuheit einer Wanne aus weichem Stahl. Und kein geringerer als Gustav Eiffel hat die 14 Brückenpfeiler, die an den Vorder- und Hinterkanten einem Schiffsbug nachempfunden sind, konzipiert.

 Die Bauzeit war von 1890 bis 1897, aber schon 1896 fuhr als erstes Schiff die “Aristide”, mit Holzladung auf dem neuen Kanal, der zu seiner Zeit nicht sehr populär war und auch nicht offiziell eingeweiht wurde. Endlich zu seinem 100-jährigen Bestehen wurde er dann 1996 von dem Präsidenten der VNF (Staatliche Kanalbehörde) Francois Bordry offiziell eingeweiht.

 

Richtigstellung von vier kursierenden Gerüchten.

 

1."Der Aquädukt von Briare führt den Kanal von Briare über die Loire".

Falsch: Es ist der Loire-Seitenkanal, der die Loire überquert.

 2."Gustav Eiffel hat den Aquädukt gebaut".

     Falsch: Der Hauptkonstrukteur war Mazoyer. Aber Eiffel hat mitgewirkt und sicher einige Ratschläge bei der Benutzung von Stahl gegeben.

3."Der Aquädukt ist der längste Europa's". Das war richtig bis      2002. Über 100 Jahre hielt er den Rekord. Dann wurde er vom Aquädukt von Magdeburg, der den Mittellandkanal über die Elbe führt, mit 900 Metern Länge entthront.

4."Der Aquädukt ist einmalig in seiner Art". Es war nicht die erste Stahlbrücke in Frankreich oder Europa, die Einmaligkeit lag in einer Stahlbrücke von dieser Länge.

 

Der Kanal und seine Abzweigungen.

 

Die Hauptstrecke des Loire-Seitenkanals ist heute 196 km lang und besitzt 37 Schleusen. Wenn man die Kanalabzweigungen mit einbezieht, ist er 219 km lang und besitzt 49 Schleusen.

Der Kanal läuft fast in seiner gesamten Länge am linken Ufer der Loire entlang, während die örtliche Industrie hauptsächlich am rechten Ufer angesiedelt war. Dieses machte zahlreiche Kanalabzweigungen nötig, die nicht alle dem Freycinet Standard entsprachen:

 - Decize, eröffnet 1845: 543 m lang mit 2 Schleusen nach Freycinet-Maß. Diese Abzweigung ermöglicht die Verbindung zum Nivernais-Kanal, wobei eine 2 km lange Strecke durch die Loire führt.

- Nevers (1855-1861): 2,9km mit 3 Schleusen. Eine davon ist jetzt ein Freibad.

- Givry-Fourchambault (1841-1846): 2,4 km mit  2 Schleusen nach Freycinet-Maß.  An einer liegt direkt ein ausgezeichnetes Restaurant.

- St. Satur (1854-1857): 690m lang, eine Schleuse.

Neben diesen „industriellen“ Kanalabzweigungen sollten noch zwei hinzugefügt werden, die vornehmlich zur Regelung des Wasserstandes im Kanal dienen:

- Dompierre-sur-Besbre: 2,7km, ohne Schleuse, befahrbar und gespeist von der “Besbre”. Heute stellt diese Abzweigung außerdem für die Sportschiffahrt eine wichtige Verbindung zum Hafen dar, in dem sich ein bekannte Charterfirma befindet.

- Les Lorrains in Apremont-sur-Allier: 3,4 km, mit seiner berühmten runden Schleuse, gespeist von dem “Allier”.

Zum Schluß noch ein Wort  zum alten Kanalbett von 1838, aus dem im Zuge der Fertigstellung des Aquäduktes von Briare, Zweigkanäle wurden:

- Châtillon-sur-Loire: 4.5 km und 3 Schleusen. Dies war die ursprüngliche Kanalführung vor Fertigstellung des Aquädukts.   Der Zweigkanal trifft auf die Mantelot Schleuse, die sich, dank der Restaurierungsarbeiten an diesem historischen Platz, neuer Aktivität erfreut.     

 - Combles, am rechten Ufer der Loire: 5.2 km mit 2 Schleusen. Diese Abzweigung war die Fortführung und das Ende der alten Kanalführung vor der Fertigstellung des Aquädukts. Sie ist teilweise wieder eröffnet  und führt zum Freizeithafen von Briare bei der Schleuse von Combles, die jetzt geschlossen ist.


Möchten
Sie mehr über den Kanal wissen?

 

Sie finden weitere Informationen über den Loire-Seitenkanal unter folgenden Adressen und Veröffentlichungen. Für deren Inhalt kann AMICALL keine Verantwortung übernehmen.


- http://fr.structurae.de/projects/ptype)index.cfm?ID=10
- ANPEI: Centre Nivernais: Le Canal Latéral à la Loire
- Canals in France: Loire Lateral Canal
- DDE Nièvre: Patrimoine - Le Pont Canal de Briare
- Fourchambault.com: La Loire
 -Kanalen in Frankrijk: Canal latéral à la Loire
- La Maison des deux Marines
- Mairie de Sermoise: Du Canal latéral à Loire
- Mantelot - visite guidée

- Embranchement de Châtillon
 - Ein Werk, sehr gut
dokumentiert mit dem Titel: “Le canal latéral à la Loire”  in der Sammlung: ITINERAIRES DU PATRIMOINE, hergestellt vom “Service Régional de L'inventaire  DRAC du Centre“. Text von Valérie Mauret-Cribellier, Photos von Robert MALNOURY. Anmerkung: DRAC ist die Abkürzung für: „Direction Régionale de l' Action Culturelle“

- Eine Broschüre, erstellt in Zusammenarbeit von VNF Centre Nivernais und unserem Verein, ist erhältlich in den Touristenbüros von Briare, Châtillon, Beaulieu und in den Schleusen von Belleville, Maimbray et La Cognadière.

 

P.S.: Wir haben für unseren geschichtlichen Abriß viele Informationen bei Charles Berg, der zahlreiche Werke über die Kanäle geschrieben hat und bei der obengenannten Veröffentlichung der „DRAC“ entliehen.

 

 

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